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© Physikalisch-Technische Bundesanstalt
letzte Änderung 2010-04-29,
Tamara Rygol


Normenwesen

Normen spiegeln den Stand der Technik wider. Sie schaffen die Voraussetzung für eine rationelle und arbeitsteilige Produktion und die Lösung technischer Probleme unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Als Teil des technischen Regelwerks sind sie Bestandteil der Wirtschafts- und Rechtsordnung. Sie bilden die Grundlage für wichtige Bereiche wie z.B. den Arbeits- und Umweltschutz.

Der Begriff Normung selbst ist in einer Norm (DIN 820 Teil 1) definiert:

"Normung ist die planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit" .

In Deutschland werden Normen vom Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) erarbeitet. Das DIN ist keine staatliche Instanz, sondern ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, der 1917 gegründet wurde; es ist mit seinen Organen die autorisierte, nationale Vertretung in den Gremien der internationalen und der Europäischen Normungsorganisationen:

  • International Organization for Standardization ISO
  • International Electrotechnical Commission IEC
  • Comité Européen de Normalisation CEN
  • European Committee for Electrotechnical Standardization CENELEC
  • European Telecommunications Standards Institute ETSI

Im DIN wird die Normungsarbeit, d.h. die Aktualisierung bestehender und die Entwicklung neuer Normen in über 4000 Arbeitsausschüssen geleistet, in denen mehrere tausend Experten aus den betroffenen Bereichen der Wirtschaft und der Gesellschaft mitarbeiten. Sobald eine neue Norm als Entwurf vorliegt, kann jede/r Bürger/in dazu Stellung nehmen. Qualifizierte Änderungsvorschläge werden diskutiert und ggf. in den Entwurf eingearbeitet. Ist eine Norm herausgegeben (= fertig), wird sie mindestens alle fünf Jahre auf ihre Aktualität hin überprüft.

Einzelne Staaten und überstaatliche Organisationen, wie z.B. die Europäische Union, können sich beim Abbau technischer Handelshemmnisse auf Normen stützen. Europäische (EN) und ISO-Normen dienen dabei der Harmonisierung der technischen Grundlagen über Staatsgrenzen hinweg.

Das Deutsche Informationszentrum für technische Regeln DITR des DIN informiert über Normen, Richtlinien und die in der Bundesrepublik zu beachtenden technischen Vorschriften. Rechtliche Bedeutung erlangen Richtlinien oder Normen, wenn auf sie in Gesetzen, Rechtsverordnungen, Erlassen oder Vorschriften Bezug genommen wird. Damit entlasten Normen als freiwillig vereinbarte Regelwerke den Staat bei der Gesetzgebung.

Neben dem DIN gibt es weitere Organisationen, die Normen oder technische Regelwerke
erarbeiten, z B.

Die PTB als deutsches nationales Metrologieinstitut hat einen großen Anteil an nationalen Normungsvorhaben und beteiligt sich auch an internationaler Normung.