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© Physikalisch-Technische Bundesanstalt
letzte Änderung 2007-07-10,
Tamara Rygol


Qualitätsmanagement

Jeder Kunde erwartet für sein Geld ein Produkt, das seinen Ansprüchen entspricht. Dann ist er mit der Qualität zufrieden. Qualität ist somit ein wichtiges Verkaufsargument. Deshalb sind Hersteller üblicher Weise bestrebt, die Qualität ihrer Erzeugnisse dauerhaft zu sichern, zu dokumentieren und hierüber zu informieren.
Unter Qualität wird die Gesamtheit der Merkmale von Produkten oder Dienstleistungen bezüglich ihrer Eignung verstanden, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen. Diese Anforderung an ein Wirtschaftsgut wird nicht nur vom Endverbraucher eines Produktes oder einer Dienstleistung gestellt, sondern sie muss bereits vom Zulieferer von Rohstoffen, Halbzeugen oder Teilen erfüllt werden.

Qualitätsmanagement beinhaltet alle Maßnahmen zur Erzielung der geforderten Qualität. Es schließt Qualitätsplanung, -lenkung und -prüfung ein. Das (industrielle) Qualitätsmanagement umfasst also den gesamten Bereich vom Entwurf bis hin zur Prüfung und Auslieferung eines Endproduktes.

Die Ziele des Qualitätsmanagements liegen in der Regel in der wirtschaftlichen Herstellung von Produkten oder Dienstleistungen. Es hilft, Material- und Energieverschwendung zu vermeiden und Ausschuss bzw. Nacharbeit im Herstellungsprozess zu reduzieren, vermindert Reklamationen und damit Verwaltungsaufwand, es sichert Kundenzufriedenheit und bindet dadurch den Kunden an das Produkt.

Messen und Prüfen machen einen wesentlichen Teil der Qualitätsmanagement aus, insbesondere in den Phasen der Qualitätslenkung und -prüfung. Die Eigenschaften und Merkmale von Produkten und Verfahren sind häufig in Normen oder technischen Regelwerken festgelegt. Insofern ist Qualitätsmanagement auch eine Form der Anwendung von Normen. Zahlreiche Qualitätsmanagementsysteme sind ihrerseits in Normen festgelegt. Unabhängige Stellen bestätigen die normgerechte Anwendung von Qualitätsmanagementsystemen durch Zertifizierung.
 

Aufgrund der interdisziplinären Wechselwirkungen des Qualitätsmanagements ist eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Organisationen des MNPQ-Wesens wesentlich. Eine funktionierende technische Infrastruktur zur Sicherung der Qualität nach internationalen oder damit kompatiblen vergleichbaren Normen und technischen Regeln ist eine Voraussetzung für den Abbau technischer Handelshemmnisse.

In Deutschland hat sich die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) zum Ziel gesetzt, den Qualitätsgedanken und die wirtschaftlichen Methoden des Qualitätsmanagements branchenübergreifend anzuregen, zu fördern, weiterzuentwickeln und zu verbreiten. Dies geschieht u.a. durch Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal für das Qualitätsmanagement aus Wirtschaft, Fachinstitutionen und Behörden.

In Europa haben sich die Qualitätsmanagement-Organisationen zur European Organization for Quality (EOQ) zusammengeschlossen